Eckernförde, 17.10.2020, von Patrick Barth

Bergungsgruppe übt zum Thema Tiefbauunfall

Die Bergungsgruppe des THW Eckernförde beschäftigte sich diese Woche am Regeldienstabend mit der Theorie und am Samstag in der Praxis mit dem Thema "Tiefbauunfall"

Bergungsgruppe übt Tiefbauunfall

Bergungsgruppe übt Tiefbauunfall

Zur Vorbereitung auf den Praxissamstag wurde am Dienstagabend die Theorie erklärt. Es ging unter anderem um Grundlagen im Tiefbaubereich wie Erddruck, Verbausysteme und Normverbau. Ebenso wurde sich die DIN 4124 Baugruben und Gräben- Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten angeschaut. Schnell war klar, dass es sich hierbei um ein heikles Thema handelt. Zum Glück kommen Unfälle in diesem Bereich nur selten vor. Doch gerade deshalb gilt es regelmäßig zu üben.

Oftmals wird der Normverbau in den Unterlagen gesehen und gelehrt. Doch diese Verbauart ist nur bedingt bei einigen Unglücksarten einsetzbar. Dazu benötigt sie viel Personal, Material begleitet von hohem Zeitbedarf. Diese fehlt leider bei einem Tiefbauunfall! Also wurde sich speziell der Rettungsverbau angeschaut und geübt. Diese Verbauart kommt aus den USA und wird dort schon sehr lange im Tiefbauunfallbereich eingesetzt. Auf die deutschen Verhältnisse hat es "Heavy Rescue Germany" angepasst. 

Diese Methode wird eingesetzt um Schnell eine Erstsicherung für den Patienten sicher zu stellen. Anschließend erfolgt die Sicherung der Grube für die Einsatzkräfte und im dritten Schritt erfolgt die Rettung der verunfallten Person.

Am Samstag ging es zu einer Übungsgrube. Diese ist befestigt, sodass die Grundlagen gefahrlos erlernt werden konnten. Es wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, z.B. eine Ausbildung nur mit dem Material vom Gerätekraftwagen. (Dort sind spezielle Materialien für den Tiefbauunfall verlastet). Bei einer anderen Übung wurde zusätzliches Material von unserem EGS - Abstützsystem benötigt. Auch beide Optionen kombiniert wurden trainiert. So waren die Teilnehmer zuerst mit den Erstmaßnahmen (Erstsicherung) beschäftigt und das zusätzliche Material für Tiefbauunfälle wurde im Verlauf der Übung hinzugeholt. Auch wurden wichtige Erkenntnisse erlangt, wie man z.B. Kanalspindeln in einem Graben ohne ihn zu betreten befestigt bekommt oder was ein Heizstrahler für den Wärmeerhalt der verletzten Person bewirken kann.

Für die Zukunft ist geplant die Ausrüstung für Tiefbauunfälle zu auszuweiten und weitere Übungen abzuhalten. Auch klassische Baugruben stehen dann auf dem Lehr- und Übungsplan.

Nach dem die Teilnehmer die Ausbildung erfolgreich absolviert hatten, gab es im Ortsverband einen leckeren Gruß vom Koch - heiße Lasagne und Nudelauflauf warten auf die Helferinnen und Helfern bei Ihrer Heimkehr.

Text und Bilder: Patrick Barth


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